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So sinnvoll ist Snapchat für Kommunen

Der Snapchat-Hype ist ungebrochen. Auch wenn es bereits seit September 2011 existiert, ist Snapchat in Deutschland erst in den vergangenen Monaten so richtig ins Rollen gekommen. Jugendliche, Erwachsene, Personen des öffentlichen Lebens, Unternehmen und – seit geraumer Zeit auch Kommunen – nutzen den kostenlosen Instant-Messaging-Dienst auf Smartphones und Tablets. Doch was macht Snapchat für Städte und Gemeinden so interessant?

Grundsätzlich geht es bei Snapchat darum, Momente festzuhalten und diese mit den Followern zu teilen. Die Fotos und Videos, die in der App gemacht werden, sind nahezu live und vermitteln daher einen authentischen Einblick in die aktuellen Vorkommnisse und Umstände. Es geht darum, die eigene Story mit Humor und vor allem Kreativität zu schmücken.

Auch für Kommunen gibt es die Möglichkeit, sich selbst mit gewissem Ideenreichtum attraktiv zu machen. So kann man den Followern bei Veranstaltungen einen Blick hinter die Kulissen gewähren, sie quasi „live“ teilhaben lassen. Personen, die gegebenenfalls keine Tickets für ein Event erhalten haben und aus anderen Gründen verhindert sind, können sich die Story dann direkt über ihr Smartphone anschauen. Zudem kann man beispielsweise bei einer Dorf- oder Stadtrundfahrt die schönsten Flecken der Kommune einfangen und den Followern in aller Kürze vorstellen. Von Sitzungen und Tagungen können ebenfalls kurze Ausschnitte gefilmt oder fotografiert werden, um den Bürgern einzelne Hintergründe näher zu bringen.

Filter, Gimmicks und Co. sorgen für Abwechslung

Damit man jedoch die einzelnen Themen aufgreifen kann, sollte man nach dem Download der App die einzelnen Funktionen kennen. Zum Einen kann man seinen Followern über den Chat persönliche Nachrichten schicken. Beliebter sind allerdings die Fotos und Videos, die den Freunden geschickt werden können. Sie können selbst festlegen, wie lange diese ihren Snap sehen. Die maximale Dauer beträgt allerdings lediglich zehn Sekunden. Die einzelnen Aufnahmen können auf dem Smartphone heruntergeladen werden.

Für Kommunen besonders interessant sind die Storys. Dort fügen sich die einzelnen Aufnahmen automatisch zu einer Gesamtgeschichte zusammen. Eine Story ist jeweils 24 Stunden verfügbar und kann im Gegensatz zu den privat versendeten Snaps, die nur einmal abgerufen werden können, beliebig oft angeschaut werden. Was Snapchat so abwechslungsreich macht: Die Fotos und Videos können mit verschiedenen Filtern, Gimmicks, Stickern und Farben ergänzt und geschmückt werden.

Eine Stadt, die bereits seit Ende Mai einen Snapchat-Account hat und diesen auch regelmäßig pflegt, ist Bremen. Unter dem Nutzernamen „bremen.de“ drehen die Verantwortlichen immer wieder Geschichten aus und über die Stadt. Hier könnt Ihr bremen.de direkt in Snapchat hinzufügen: https://www.snapchat.com/add/bremen.de

Instagram für Kommunen: Punkten Sie mit Ihren Bildern

500 Millionen aktive Nutzer. Im Juni 2016 hat Instagram diese Marke erstmals geknackt. Es heißt, dass 300 Millionen Menschen das Bildernetzwerk sogar täglich nutzen. Unternehmen verwenden Instagram zum Markenaufbau und bewerben ihre Kampagnen. Aber auch für Kommunen bietet der kostenlose Onlinedienst zum Teilen von Fotos und Videos viele Möglichkeiten.

Gibt es eine bessere Möglichkeit, Ihre Gemeinde, Kommune oder Stadt attraktiv zu machen, als mit beeindruckenden Bildern von den schönsten Flecken des Ortes? Sonnenuntergänge am Fluss, Fotos von den Wahrzeichen, Bilder aus der Altstadt oder vom Marktplatz. Jede Gemeinde hat ihre schönen Ecken und sollte darauf auch aufmerksam machen. Instagram ist hierfür die perfekte Plattform. Dort können Fotos und Videos mit Filtern versehen werden, welche die Bilder kontrastreicher wirken lassen. Die Nutzer können die Fotos – wie Sie es auch von Facebook kennen – kommentieren und „Gefällt mir“ klicken.

Instagram ist wahrlich kein Hexenwerk: Es muss lediglich die App heruntergeladen und ein Account eingerichtet werden. Aber auch über das Web (instagram.com) können Sie das Bildernetzwerk nutzen und mit Firmen aus der Region oder anderen Gemeinden interagieren. Bilder, die Sie hochladen, müssen nicht zwingend mit dem Handy gemacht werden. Auch die Urlaubsbilder oder Profifotografien vom Fotoapparat können über Laptop oder Desktopcomputer geteilt werden.

Hohe Reichweite dank der Hashtags

Wie auch bei Twitter gilt: Eine höhere Reichweite erhalten Sie, indem Sie Hashtags verwenden. Dabei gibt es zwei verschiedene Herangehensweisen. Es besteht die Möglichkeit, mit der eigenen Marke und Kampagne verbundene Hashtags zu setzen oder/und jene zu nutzen, die in der Branche oft genutzt werden.

Wie auch bei den anderen sozialen Netzwerken ist es wichtig, regelmäßig zu posten, damit die Anzahl der Abonnenten ständig wächst. Da sich bei Instagram alles um die Optik dreht, sollte der Auftritt einheitlich sein. Um den Wiedererkennungswert zu erhöhen, kann beispielsweise immer derselbe Filter verwendet werden. In der 150 Zeichen langen Biografie, die neben Ihrem Profilbild angezeigt wird, beschreiben Sie kurz und knapp, was die Abonnennten auf Ihrem Instagram-Account erwartet.

Ein wichtiger Punkt sind auch die Push-Benachrichtigungen. Wenn Sie diese aktivieren, erhalten Sie eine Nachricht auf Ihrem Handy, sobald es neue „Gefällt-mir“-Angaben, Kommentare, Follower und andere Aktivitäten auf Ihrem Account gibt. Somit können Sie umgehend reagieren und zeigen, dass Sie die Nutzer ernst nehmen.

Ein schönes Beispiel ist zum Beispiel das Konto Ötztal:

Bequem und einfach Mängel per App melden

Die Stadt Bayreuth hat ihr Online-Angebot erweitert und einen tollen Service für ihre Bürger installiert. Seit wenigen Wochen besteht die Möglichkeit, alle Mängel zu melden, die den Bayreuthern in ihrer oberfränkischen Stadt auffallen.

Dazu benötigen sie lediglich ein Smartphone oder ein Tablet und die kostenlose App der „Stadt Bayreuth“. Auf der Navigationsleiste ist der Mängelmelder unter der Rubrik „Dienste“ aufgeführt und leicht zu finden. Zu jeder Uhrzeit können die Bürger mit dem Handy Beschwerdemeldungen erfassen und diese über die App abschicken. Es kann sich beispielsweise um eine defekte Straßenlaterne oder ein Schlagloch handeln. Aber auch Ideen und Verbesserungsvorschläge nimmt die Stadt gerne auf.

Jede Meldung wird direkt in den Arbeitsablauf der Stadtverwaltung aufgenommen, geprüft und bearbeitet. Hilfreich ist es für die Mitarbeiter, wenn ein Foto und die aktuellen GPS-Positionsdaten in der Meldung enthalten sind. Zudem können sie direkt Rückmeldung geben, wenn die Telefonnummer und/oder die E-Mail-Adresse in der Meldung angegeben ist.

Die Stadt Bayreuth nimmt damit aktuelle Trends auf und erleichtert den Bürgern die Kontaktaufnahme. Für Kommunen und Gemeinden ist dies eine sehr gute Möglichkeit, um alle Mängel übersichtlich erfassen zu können. Man kann davon ausgehen, dass in Zukunft einige von ihnen diese Idee aufgreifen und selbst umsetzen.

Einziger Kritikpunkt den man äußern könnte, für eine Mängelmeldung werden sehr viele Felder abgefragt, ob diese alle von Nöten sind ist zweifelhaft. Das hemmt bestimmt den ein oder anderen Nutzer die Mängelmeldung abzuschicken, da gerade im mobilen Nutzungsumfeld die Zeit ja doch etwas knapp ist…

Hier der Link zur iOS App: https://itunes.apple.com/us/app/stadt-bayreuth/id1112093467?mt=8

Stadtverwaltung Heidelberg gewinnt den DPOK

Der Deutsche Preis für Onlinekommunikation in der Kategorie „Innovation des Jahres“ geht nach Heidelberg. Mit #HolDenOberbürgermeister eröffnet Heidelberg als erste Stadt in Deutschland ihren Bürgerinnen und Bürgern die Chance, Einfluss auf den Terminkalender des Oberbürgermeisters zu nehmen.

Wie ist das möglich?

Auf der Webseite (www.holdenoberbuergermeister.de) kann ein Ort im Stadtgebiet Heidelberg eingegeben werden, den der OB besuchen soll. Natürlich muss dies mit einem bestimmten Projekt oder Anliegen verbunden sein. Dies könnte zum Beispiel ein Schulprojekt, ein Verein oder eine soziale Einrichtung sein, die sich Unterstützung erhofft oder Anregungen hat. Bei den Anliegen, welche in einem bestimmten Zeitraum die meisten Stimmen haben, schaut Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner schließlich persönlich vorbei. Damit dies gelingt, ist es ratsam, dass die Bürgerinnen ihr Projekt auf den sozialen Netzwerken teilen und um ihre Unterstützung zu bitten.

Themen, die den Bürgern auf den Herzen liegen

Es ist möglich, für so viele Orte und Anliegen abzustimmen, wie man möchte. Zur Abstimmung sind alle Freundinnen und Freunde Heidelbergs aus aller Welt berechtigt. Jeden zweiten Freitag (außer an Feier- oder Brückentagen sowie in Schulferien in Baden-Württemberg) benachrichtigt die Stadt Heidelberg die Person mit dem Ortsvorschlag, der die meisten Stimmen erhalten hat.

Anschließend wird ein Treffen vereinbart, bei dem sich der OB die Themen sowie die verschiedenen Anregungen anhört. Potenzielle Lösungen werden diskutiert sowie das weitere Vorgehen besprochen. Auf der Webseite können Sie sich ein Bild davon machen, an welchen Orten der Oberbürgermeister bereits zu Gast war und wohin er demnächst geht.

Hier sehen Sie ein Video zur Preisverleihung und hören die Reaktion von Herrn Dr. Eckart Würzner:

Interview: Darum sollten Kommunen bei der Gestaltung der Homepage professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Die Anzahl der Hackerangriffe auf Webseiten nimmt zu. Immer wieder müssen sich auch Gemeinden mit verschiedenen Arten von Angriffen auseinandersetzen. Ralph Seeberger ist neben Uwe Einspanier einer der beiden Geschäftsführer der regiogate GmbH, die sowohl Webseiten als auch Shops gestaltet. Im Interview gibt der 45-Jährige Tipps und Ratschläge, was Kommunen bei der Umsetzung Ihrer Homepage beachten sollten.

Herr Seeberger, auf welche Dinge sollte eine Kommune bei der Gestaltung ihrer Homepage vor allem achten?

Ralph Seeberger: Die Aktualität auf der Webseite spielt natürlich eine große Rolle, denn die Homepage ist das öffentliche Aushängeschild einer Gemeinde. Zudem ist es heutzutage „State of the Art“, dass eine Seite für mobile Endgeräte optimiert ist. Der Markt wurde von Smartphones und Tablets überschwemmt. Die Art und Weise, Inhalte zu konsumieren, hat sich grundlegend verändert. Da ist es ernüchternd, wenn man auf eine Seite kommt, die sich für die mobilen Endgeräte nicht automatisch anpasst und kein sogenanntes Responsive Design aufweist.

Ist den Gemeinden die Bedeutung der Webseite bewusst?

Oftmals wird der Homepage nicht der nötige Stellenwert beigemessen und die Gestaltung nicht in professionelle Hände gegeben. Wenn es darum geht, den Ort schöner zu machen, wird sehr viel investiert. Man arbeitet beispielsweise mit renommierten Architekturbüros zusammen, wenn der Dorfplatz erneuert wird. Aus meiner Sicht sollte es die logische Konsequenz sein, dass man beim Thema Internet ebenfalls mit Profis zusammenarbeitet.

Welche Rolle spielt allgemein ein Content-Management-System (CMS)?

Ralph Seeberger: Es ist das Werkzeug, mit dem man alle Inhalte auf der Webseite pflegt. Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung können mit einem CMS eigenständig Informationen veröffentlichen, Bilder oder Downloads hinterlegen sowie Veranstaltungen ankündigen. Wichtig ist, dass das verwendete System den aktuellen technischen Standards entspricht und sich an den Bedürfnissen moderner Kommunen orientiert. Am Markt gibt es entsprechende Fachanbieter, wie zum Beispiele unsere Firma. Viele Gemeinden setzen bei der Pflege Ihrer Website alternativ auf eine sogenannte Open Source Software. Das ist grundsätzlich okay, wenn das System dementsprechend sauber und sicher gepflegt wird. Aber häufig wird beim Einrichten einer Homepage der Kosten-Nutzen-Aspekt selten berücksichtigt: Die initiale Erstellung der Website muss möglichst günstig erfolgen, laufende Aktualisierungen, Pflege oder Wartung des Systems werden darüber hinaus komplett vernachlässigt.

Was ist dabei das größte Problem?

Viele Verantwortliche vergessen, dass das auch die verwendete CMS-Software ähnlich einer Software auf dem lokalen PC regelmäßig aktualisiert werden muss. Oftmals weisen Seiten aufgrund unsachgemäß installierter Komponenten oder mangels Wartung bereits nach kurzer Zeit eklatante Sicherheitslücken auf, wodurch sie oft unbemerkt Angriffsflächen für Hacker bieten.

Warum sind Daten für die Hacker so interessant?

Ralph Seeberger: Oft handelt es sich um keinen gezielten Angriff auf eine bestimmte Gemeinde. Es geht meist nicht darum, eine gewisse Organisation zu schädigen. Man versucht stattdessen, eine Seite zu attackieren und dort einen Schadcode zu hinterlegen. Dieser wird dazu genutzt, um einen Virus weiterzuverbreiten oder Spams zu verschicken.

Eine Fachfirma im Hintergrund zu haben, ist aber die sicherste Variante, oder?

Ralph Seeberger: Es ist definitiv ratsam, das Ganze auf professionelle Füße zu stellen. Ein Hackerangriff wirkt sich neben dem finanziellen Schaden auch negativ auf die Reputation der Gemeinde aus. Hier gab es in der Vergangenheit auch in der Region Mainfranken schon entsprechende Fälle. Oftmals werden auch keine Backups gemacht, wodurch alle Daten verloren gehen können. Deshalb sollte man hier von Beginn an mehr investieren. Die Internetseite muss nach einem Angriff häufig von Grund auf neu aufgesetzt werden. Das ist ein wahnsinniger und kostspieliger Arbeitsaufwand.

Vielen Dank für das Gespräch!

Bild: Ralph Seeberger rechts, Uwe Einpanier links

Ein professioneller Webauftritt – die Visitenkarte einer Gemeinde

Ob Terminankündigungen, wichtige Telefonnummern oder Neuigkeiten aus der Kommunalpolitik – will man sich über Wissenswertes aus der Region informieren, dann ist die Webseite einer Gemeinde meist der erste Anlaufpunkt. Umso wichtiger ist es daher, dass der Internetauftritt einer Kommune ansprechend und vor allem übersichtlich gestaltet ist. Um den Ansprüchen der Nutzer gerecht zu werden, ging die Gemeinde Kürnach mit gutem Beispiel voran und hat ihr Webangebot komplett überarbeitet.

Eine Gemeinde, die sich am Puls der Zeit bewegt, kommt an digitalen Angeboten nicht vorbei. Eine professionelle Homepage, die als Visitenkarte der Gemeinde fungiert, ist ein zentraler Aspekt der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit und für eine Gemeinde heutzutage unabdingbar. Für Kürnach war es nach zehn Jahren an der Zeit, sich auch online in modernem Design zu präsentieren. Im Vorfeld wurden die Wünsche der Gemeinde an die neue Homepage festgehalten und dann von der Würzburger Internetagentur regiogate GmbH umgesetzt. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen!

Beim Besuch von www.kuernach.de ist schnell festzustellen, dass nicht nur Layout und Design der Webseite modernisiert wurde. Ziel war es, die Inhalte möglichst nutzerfreundlich darzustellen – und dies ist mit dem neuen horizontalen Menü durchaus gelungen. Das Internetangebot ist in verschiedene Unterpunkte untergliedert, die mit nur einem Klick schnell angewählt werden können. Zusätzlich erleichtert ein Suchfeld das Nachschlagen einzelner Informationen.

Selbstverständlich wurde bei der Umstellung auch an die mobilen Nutzer gedacht. Ob mit dem Tablet oder Smartphone, die Inhalte der Webseite werden durch das „Responsive Design“ auf mobilen Endgeräten ohne Probleme übersichtlich dargestellt.

Doch nicht nur für Besucher der Seite ist die technische Umstellung von Vorteil. Durch ein speziell auf die kommunalen Bedürfnisse zugeschnittenes Redaktionssystem (CMS) können die Mitarbeiter ihre Inhalte schnell und unkompliziert selbst verwalten und ändern. Im Bereich „mein Kürnach“ können außerdem Vereine und Unternehmen Termine, Texte und Bilder direkt online stellen, ohne einen Umweg über einen Mitarbeiter der Gemeinde gehen zu müssen.

Kürnachs Bürgermeister Thomas Eberth zeigt sich mit dem Ergebnis der Überarbeitung des Online-Auftritts sehr zufrieden: „Mithilfe dieser Homepage macht es noch mehr Freude, sich über Kürnach und die Vielfalt der Angebote zu informieren“.

kuernach

Von rechts nach links: 1. Bürgermeister Thomas Eberth, 2. Bürgermeisterin Sieglinde Bayerl, 3. Bürgermeister Edgar Kamm und Ralph Seeberger, Geschäftsführer der Würzburger Internetagentur regiogate GmbH. Foto: Gemeinde Kürnach

Warum das amtliche Mitteilungsblatt für Gemeinden so bedeutend ist

Für viele Bürger ist das amtliche Mitteilungsblatt einer Gemeinde unverzichtbar. Welche Tonne muss ich morgen vor die Türe stellen? Wann ist in dieser Woche Gottesdienst? Welche Veranstaltungen finden diese Woche statt? Diese Fragen und noch viel mehr werden im Gemeindeblatt beantwortet.

Ein amtliches Mitteilungsblatt ist mehr als nur ein reiner Informationsträger. Selbstverständlich haben bestimmte Inhalte in jeder Ausgabe ihren festen Platz. Es besteht allerdings die Möglichkeit, das Blatt abwechslungsreich zu gestalten. Mit aktuellen Nachrichten aus der Gemeinde, Veranstaltungshinweisen und spannenden Aktionen. Je mehr Vereine und Organisationen über ihren Stand der Dinge berichten können, desto stärker wird auch das Gemeinschaftsgefühl innerhalb der Kommune. Somit sind die Bürger am Puls der Zeit und erfahren alles Wissenswerte, was innerhalb der Gemeinde vor sich geht. Ein Mitteilungsblatt sollte daher informativ, aber auch vielfältig und bunt sein.

Wie das aussehen kann, zeigt die Gemeinde Schonungen aus dem unterfränkischen Landkreis Schweinfurt. Mit rund 7.600 Einwohnern ist Schonungen auch für kleinere Gemeinden ein Vorzeigebeispiel. Dort erscheint das amtliche Mitteilungsblatt jeden Freitag. Und wirft man einen Blick hinein, sieht man sofort, dass die Gemeinde lebt, aktiv ist und die Bürger mit allen wichtigen Informationen versorgt. Auf deren Homepage stehen die einzelnen Ausgaben zum Download bereit. Diese gilt es zeitnah hochzuladen, damit die Bürger auch unterwegs die neuesten Informationen erhalten. Ebenso macht es auf der Facebook-Seite der Gemeinde Sinn, das Mitteilungsblatt online zu stellen. Werfen Sie doch einen Blick in das Gemeindeblatt, um sich ein paar Anregungen für Ihre Kommune zu holen.

Hier ist eine Liste mit Themen, die in einem Mitteilungsblatt ihren Platz verdient haben. Es lassen sich zweifelsohne weitere interessante Punkte finden.

  • Amtliche Bekanntmachungen und allgemeine Eckdaten zur Gemeinde
  • Hinweise auf öffentliche Gemeinderatssitzungen inklusive Tagesordnung
  • Aktuelle Nachrichten aus der Kommune
  • Fundsachen und Abfallentsorgung
  • Veranstaltungshinweise und Ankündigungen von Festen
  • Wichtige Rufnummern und Informationen zum Notdienst
  • Kino- und Theaterprogramm
  • Veranstaltungen in den Nachbargemeinden
  • Nachrichten aus den Sportvereinen sowie Hinweise auf Spiele und Turniere
  • Suche nach Jugendtrainern im Sport
  • Anzeigen (überwiegend von Unternehmen aus der Gegend)

Richtig gemacht: Pflegen Sie die Kontakte zu ortsansässigen Medien

 

Berichterstattung über Gemeinden und Kommunen ist etwas ganz Übliches. Beispielsweise, wenn ein Bürgermeister verabschiedet wird oder langjährige Mitglieder abtreten. Schließlich ist man nicht nur in Unternehmen, sondern auch in Gemeinden froh, wenn durch Öffentlichkeitsarbeit der Bekanntheitsgrad gesteigert wird. Denn wer liest am Frühstückstisch nicht gerne einen Artikel über die eigene Kommune in der Zeitung.

Wer nimmt es nicht wohlwollend zur Kenntnis, wenn Firmen aufgrund von Auszeichnungen, Jubiläen, Veranstaltungen oder aus ähnlichen Anlässen in den Medien auftauchen? Sie haben sicherlich all diese Artikel auch in positiver Erinnerung! Dasselbe gilt auch für Gemeinden. Doch wie schafft man es als Kommune in die Öffentlichkeit? Was müssen Sie tun, um die Journalisten zu überzeugen?

Ein großer Vorteil dabei ist, wenn die Verantwortlichen einen guten Draht zu den Journalisten haben. Denn durch einen Veranstaltungshinweis in der Zeitung erfahren viele Bürger erst einmal, dass gewisse Feste stattfinden. Pflegt man einen guten Kontakt zu den Redakteuren, stehen die Chancen auf Veröffentlichungen höher. In Gesprächen mit den Journalisten erfährt man darüber hinaus, was die Bürger derzeit interessiert und welche Brennpunkte es in der Gemeinde gibt. Darauf kann man die Öffentlichkeitsarbeit abstimmen. So beugt man bestimmten Missverständnissen vor.

Entscheidend ist dabei auch, dass der Kontakt regelmäßig gepflegt wird. Kontinuität spielt bei der Öffentlichkeitsarbeit eine wichtige Rolle. Ein aufgebautes Vertrauensverhältnis nützt sowohl der Gemeinde als auch der Redaktion. Idealerweise ist auch die Dorfzeitung ein Recherchemedium für Journalisten. Dies würde bedeuten, dass auch er den Kontakt zu den Gemeindeverantwortlichen sucht und einen direkten Ansprechpartner hat, wenn er Fragen zu gewissen Themen hat. Bei diversen Veranstaltungen können auch Kooperationen zwischen Kommune und dem ortsansässigen Medium entstehen. Dies wäre wiederum für beide Seiten eine Win-win-Situation.

Vor allem aber in Krisenzeiten ist der Draht zu den Journalisten besonders wichtig. Nach einem Hackerangriff oder der Verteilung von öffentlichen Geldern sind Negativschlagzeilen häufig die Folge. Erfährt der Journalist von solchen Angelegenheiten, wird er – sofern er einen direkten Ansprechpartner in der Gemeinde hat, dem er vertrauen kann – zum Hörer greifen, ehe er die Geschichte ans Licht bringt. So kann der Verantwortliche noch Stellung beziehen und die Dinge erklären.

 

Facebook Live in der kommunalen Öffentlichkeitarbeit

Lange Zeit hatte man hier in Deutschland darauf gewartet. Nachdem in den USA beispielsweise Personen des öffentlichen Lebens schon mit „Facebook Live“ ihre Zielgruppe angesprochen haben, ist dieses Feature nun auch hierzulande möglich. Und zwar nicht nur für Celebrities, sondern für jedermann. Deshalb bietet dieses Tool auch für kommunale Öffentlichkeitsarbeit viele Möglichkeiten.

Bevor diese genauer erläutert werden, gilt es zunächst einmal die Frage zu beantworten, was „Facebook Live“ eigentlich ist? Kurz und knapp: Mithilfe dieses Features ist es möglich, Live-Videos auf Facebook in Echtzeit zu senden. Die Facebook-Community sieht die Videobeiträge in ihren Neuigkeiten, über den Button „Abonnieren“ haben die Zuschauer die Chance, eine Meldung zu erhalten, wenn diese Person das nächste Mal eine Aufnahme startet. Diejenigen, die das Video aufzeichnen, können ihren Interessenten auch eine Push-Mitteilung schicken.

Die Bedienbarkeit von „Facebook Live“ ist ganz einfach: Man klickt in das Feld, in dem man auf Facebook einen neuen Beitrag verfasst bzw. seinen Status ändert. Dort taucht ein Icon mit einem stilisierten Kopf auf. Dies ist das Symbol für ein Live-Video. Wenn man darauf tippt, besteht die Möglichkeit, den Stream zu beschreiben. Anschließend klickt man auf „Live-Übertragung“ starten, um mit der Aufnahme beginnen. Ist das Video zu Ende, hilft der Button „Beenden“. Konnten zu Beginn nur iOS-Nutzer über die App streamen, ist dies seit einiger Zeit ebenso auf Android-Geräten umsetzbar.

Facebook Live für Kommunen

Möglich ist „Facebook Live“ also auch für Dörfer, Städte, Gemeinden und Co. Immer häufiger halten Kommunen ihre Bürger über soziale Netzwerke in Form eines Livetickers auf dem Laufenden. Vor allem Twitter ist ein sehr beliebtes Medium, um die Zielgruppe mit den neuesten Informationen aus den Gemeinderatsitzungen zu versorgen. „Facebook Live“ ist jedoch noch einmal eine neue Dimension und liefert eine große Chance, den Draht zu den Bürgern zu pflegen. Denn wenn beispielsweise Satzungsänderungen, Bauausschusssitzungen, die Begrüßung des neuen Bürgermeisters oder die Verabschiedung eines Stadtrats ansteht, können diese in Echtzeit die Geschehnisse mitverfolgen.

Während des Videos haben alle Zuschauer die Möglichkeit zu kommentieren und sich so am jeweiligen Thema der Veranstaltung zu beteiligen. Ob sie als Kommune diese Meinungen berücksichtigen, ist ihnen überlassen. Wenn dies der Fall ist, ist ein Moderator wichtig, der die Reaktionen aus dem sozialen Netzwerk mit einbezieht. Die Reichweite und das Interesse an den öffentlichen Sitzungen werden dadurch gewiss steigen. Es wird sogar exakt angezeigt, wieviele Personen den Stream aktuell verfolgen. Interessenten, die die Live-Ausstrahlung verpasst haben können später jederzeit auf die Aufnahme zugreifen.

 

Mit Facebook Live jüngere Generationen ansprechen

Interessant ist das Feature vor allem für die Generation, die auf Facebook stark vertreten ist und sich für Gemeinderatssitzungen oft nur am Rande oder überhaupt nicht mehr interessiert. Das junge Publikum kann sich auf diese Weise ein Bild davon machen, was sie bei den Veranstaltungen erwartet und ihre Anliegen zunächst über Facebook und im Idealfall dann auch in den Sitzungen direkt kundtun. Die Möglichkeiten zum Dialog die über Facebook Live gegeben sind lassen sich mit Sicherheit auch für künftige Sitzungen nutzen. Mit dem Hinweis dass Gäste auch gerne direkt in den öffentlichen Sitzungen eingeladen sind, lässt sich vielleicht der ein oder andere neue Zuschauer direkt vor Ort gewinnen. Angst vor unqualifizierten Kommentaren muss man übrigens nicht haben: Personen die für unqualifizierte Kommentare sorgen, können problemlos gesperrt werden.

Vorteile von Facebook Live:

  • extrem hohe Reichweite dank der Facebook-Community
  • einfache technische Umsetzung durch Smartphones
  • Kommunikation in Echtzeit
  • neuer Anreiz zur Teilnahme an der Lokalpolitik

Ps.: Mit der API lassen sich übrigens auch professionelle Lösungen an Facebook Live anbinden, so kann das Streaming noch professioneller aufgezogen werden. Eine Liste der unterstützen Software gibt es hier:  https://www.facebook.com/facebookmedia/get-started/live

 

Franz-Reinhard Habbel Sprecher des Deutsche Städte- und Gemeindebundes (DSTGB) im Interview

Franz-Reinhard Habbel hat sich dankenswerter Weise für ein kurzes Interview per Email zur Verfügung gestellt.

Können Sie kurz Ihre Tätigkeit für den DSTGB umreißen?

Ich arbeite neben meiner Arbeit als Sprecher an politischen Grundsatzfragen, die Kommunen besonders herausfordern. Dazu gehören insbesondere die Digitalisierung und Globalisierung sowie der demographische Wandel. Kommunikation spielt bei meiner Arbeit die Hauptrolle. Zuzuhören und die Auseinandersetzung mit der Lebenswelt sind zwei weitere Merkmale.

Wie sehen Sie das Feld Öffentlichkeitarbeit bei Kommunen, wird hier genug getan?

Anstelle von Öffentlichkeitsarbeit würde ich lieber von Kommunikation im umfassenden Sinne sprechen. Bürger und Verwaltung befinden sich im gleichen politischen Raum. Dialog und Diskurs ist die Essenz von Politik. Gerade vor dem Hintergrund des Internets und der sozialen Netzwerke hat Kommunikation enorm an Bedeutung gewonnen. Jede Verwaltung muss sich fragen, ob sie genügend kommuniziert beziehungsweise die richtigen Instrumente einsetzt.

Wie setzen Kommunen Medien- / Presse- / Öffentlichkeitsarbeit ein?

Kommunikation ist bei allen Politikfeldern wie Mobilität, Bildung, Energie, Sicherheit und Gesundheit notwendig. Kommunen sollten hier auf einen Medienmix von Text, Bild und Ton setzen. Entscheidend ist es aber, wie die Inhalte verständlich präsentiert werden. Eine Berichterstattung zum Beispiel bei größeren Projekten, die auf reine Fakten beruht, reicht nicht aus. Notwendig ist eine multimediale Darstellung im Erzählstil, die verständlich macht was geplant ist beziehungsweise die das Ziel beschreibt. Ja, es ist eine Art des Schreibens von Geschichten. Je besser das Verständnis der Empfänger, desto weniger Irritationen gibt.

Wie hat sich das Feld hier gewandelt?

Schaut man sich verschiedene Websites der Kommunen an, sieht man, dass diese auf dem richtigen Weg sind. Auch Open-Data ist ein Teil von moderner Öffentlichkeitsarbeit. Bürger und Organisationen können so auf Datenbestände der Kommunen maschinenlesbar zugreifen und mit ihnen arbeiten, um zum Beispiel alternative Pläne zu erstellen.

Haben Sie Best Practice Beispiele für uns?

Das fängt bei der Stadt Coburg an geht über die Städte Ludwigshafen, Arnsberg bis Hamburg und viele andere mehr.

Wie wichtig ist der Medienmix bei der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit?

In wenigen Jahren wird keine Stadt oder Gemeinde mehr an diesem Thema vorbeikommen. Die Videokommunikation wird rasant zunehmen. Immer mehr Bürger erwarten auch von ihrer Verwaltung eine multimediale Darstellung. Etwas Interessantes passiert gerade in der Stadt Idar-Oberstein. Dort wurde von Jugendlichen ein Rap-Video mit Guy-Fawkes-Masken gedreht und auf soziale Probleme bzw. auf die angebliche Perspektiv- und Trostlosigkeit des Ortes hingewiesen. Der Oberbürgermeister begrüßte die Aktivitäten der Jugendlichen. Auf seine Anregung hin soll jetzt ein weitere Video mit dem Titel „Gemeinsam für unsere Stadt“ gedreht werden. Gerade junge Leute müssen heute anders angesprochen werden. Viele von ihnen lesen eben keine Lokalzeitungen mehr.

Hat Print eine Chance hier zu bestehen oder ist Print auf dem absteigenden Ast?

Print hat auch weiterhin eine Chance und bleibt Teil der Medienarbeit der Kommunen. Aber sie verliert an Dominanz. Print bleibt ein Teil der Medienlandschaft. Print wird zielgenauer eingesetzt werden und auf Hintergrundinformationen im Netz verweisen. Allerdings wird der Produktionsprozess weitgehend digital ablaufen.

Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, die alle Kommunen erfüllen müssten, was wäre Ihr Wunsch?

Müssen ist der falsche Ansatz. Ich würde mich freuen, wenn immer mehr Kommunen den hohen Stellenwert von Kommunikation erkennen und ihre Verwaltung entsprechend darauf ausrichten würden. Es sollte darüber nachgedacht werden Dezernate für Kommunikation zu bilden die alle Bereiche von der Bürgerbeteiligung über die Pressearbeit bis hin zum Internetauftritt umfasst.

Woran arbeiten Sie selbst gerade?

Ich arbeite unter anderem an der Frage wie mit der Digitalisierung die Flüchtlingshilfe gestärkt werden kann.